Die schönsten Orte auf Teneriffa
eneriffa ist wie ein Mini-Kontinent: In kaum einer Stunde Fahrt wechselt man von wolkenverhangenen Lorbeerwäldern zum goldgelben Strand, von kühlen Hochgebirgslandschaften zur quirlig-tropischen Promenade. Doch wo liegen nun die wirklich schönsten Ecken? – Hier kommt unser persönlicher Insel-Best-of-Guide – inklusive aktueller Hinweise zu Reservierungspflichten und neuen Regeln.
1. Grüner Norden – Lorbeerwälder, Kolonialflair & Lavapools
Anaga-Gebirge & „Verzauberter Wald“ (El Pijaral)
Uralte Lorbeerbäume, feine Nebelschleier und knorrige Wurzeln, die wie Märchenpfade aussehen – das finden Sie im Anaga-Massiv. Für den streng geschützten Bosque Encantado brauchen Sie seit 2023 ein kostenloses Online-Permit; pro Tag dürfen nur 45 Personen hinein – die Plätze sind meist binnen Minuten vergriffen.
Extra-Infos:
- Anreise & Parken: Über TF-12 (Serpentinen, langsam fahren). Parkbuchten an den Miradores sind begrenzt – möglichst früh starten.
- Beste Zeit: Morgenstunden (ruhiger, mystische Nebel), im Sommer oft frischer Passatwind.
- Ausrüstung: Feste Schuhe, Regenjacke, griffige Sohlen – Wege können glitschig sein.
- Alternativen ohne Permit: Sendero de los Sentidos (Cruz del Carmen) oder Afur–Taganana-Küstenrunde (mittel).
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Respekt für den Wald: Auf dem markierten Pfad bleiben, keine Pflanzen berühren/abschneiden, kein Drohnenflug.
San Cristóbal de La Laguna
UNESCO-Altstadt, schmale Kopfsteinpflastergassen und lässige Studenten‐Cafés. Kombiniert den Bummel mit einem Abstecher zum Markt von La Recova und probiert Queso de Cabra mit Mojo.
Extra-Infos:
- Parken/Anreise: Straßenbahn (Tram) aus Santa Cruz; Parkhäuser am Rand der Altstadt.
- Must-sees: Kathedrale, Convento de Santa Catalina, bunte Kolonialhäuser in der Calle San Agustín.
- Kulinarik: Gofio-Desserts, Barraquito (Kaffee mit Likör).
- Tipp: Abends herrlich beleuchtet, aber kühler als die Küste – leichte Jacke.
Puerto de la Cruz & Mirador de La Paz
Puerto ist der Klassiker im Norden. Der Mirador de La Paz liefert kostenlos Postkartenblicke über die Küste und die berühmten Meerwasserbecken Lago Martiánez.
Extra-Infos:
- Baden: Lago Martiánez (Eintritt, Lifeguards, Gastronomie) vs. Naturstrand Playa Jardín (oft Wellen/Strömung)
- Spaziergang: Von La Paz hinunter über die Treppen zur Promenade – Fotostopp an den Küstenklippen.
- Für Familien: Loro Parque (Reserve für Papageien & mehr) – Tickets vorab sichern.
Garachico & die Lavapools El Caletón
Garachico war einst die reichste Stadt der Insel – bis ein Vulkanausbruch 1706 den Hafen unter Lava begrub. Heute badet man in natürlich ausgespülten Becken, die bei ruhiger See türkis schimmern. Bei starkem Wellengang wird das Areal jedoch aus Sicherheitsgründen kurzfristig geschlossen.
Extra-Infos:
- Sicherheit: Nur in freigegebenen Zonen baden; rutschige Lavakanten – Wasserschuhe empfehlenswert.
- Altstadt-Highlights: Plaza de la Libertad, Kloster San Francisco, schattige Patios und kleine Bodegas.
- Kombination: Weiter zum Mirador de Garachico oder nach Icod de los Vinos (Drachenbaum „Drago Milenario“).
Gut zu wissen – Klima im Norden: Mehr Passatwolken = grüner, kühler, ideal zum Wandern. Kurzschauer möglich – Regenjacke einpacken.
2. Wilder Westen – Schluchten, Klippen & Dorfromantik
Los Gigantes & Mirador Archipenque
Die bis zu 600 m hohen Steilwände stürzen hier senkrecht ins Meer. Vom Mirador Archipenque aus haben Sie den perfektesten Panoramablick des Küstenabschnitts, Café inklusive.
Extra-Infos:
- Beste Lichtstimmung: Spätnachmittags bis Sunset (warme Felsenfarben).
- Bootstouren: Delfin-/Walbeobachtung ab Hafen Los Gigantes (vorab buchen).
- Parken: Knapp – früh anreisen oder auf Parkhäuser ausweichen.
Masca-Schlucht
Star der Insta-Feeds und zurecht eine der spektakulärsten Wanderungen Spaniens. Zutritt nur mit vorab gebuchtem, kostenpflichtigem Slot; wer unten am Strand ankommt, muss das Boot nach Los Gigantes nehmen – ein Aufstieg zurück ist nicht mehr erlaubt.
Extra-Infos:
- Schwierigkeit: Anspruchsvoll (Leitern/Steinblöcke, teils Wasser im Bachbett).
- Pflichtausrüstung: Feste, knöchelhohe Schuhe; Wasser (min. 1,5–2 l p. P.), Sonnenschutz, kleine Snacks.
- Organisation: Shuttle/Bus nach Masca, Rückweg per Boot – Zeitpuffer einplanen.
- Sicherheit: Bei Regen/Sturm wird die Schlucht geschlossen – Buchungsinfos prüfen.
Hinweis: Die TF-436 ist kurvig; wer ungern Serpentinen fährt, nutzt Shuttle-Angebote.
3. Das Herz der Insel – Teide-Nationalpark über den Wolken
Sonnenaufgang am Pico del Teide
3 715 m, Vulkan-Mondlandschaft und ein Licht, das klingt wie ein Sci-Fi-Soundtrack. Für die Gipfelplattform (Telesforo Bravo Trail) brauchen Sie ein kostenloses Permit, das oft bereits zwei Monate im Voraus ausgebucht ist.
Neue Zugangsregeln
Seit November 2024 sind pro Tag nur noch 300 Wanderer über die Altavista-Route zugelassen, verteilt auf drei Zeitfenster. Pflicht sind festes Schuhwerk, warme Schichten und Rettungsdecke – Kontrollen finden am Refugio-Checkpoint statt.
Teide-Eco-Tax ab 2026
Die Inselregierung führt ab Januar 2026 eine Umweltabgabe für Nicht-Einheimische ein; die Einnahmen fließen direkt in die Sanierung von Wegen und Rettungsdiensten.
Praktisch:
- Seilbahn: Tickets unbedingt vorab buchen; Betrieb wetterabhängig (Wind!).<
- Höhentipps: Viel trinken, langsam gehen, Sonnenschutz + Mütze – UV & Höhe nicht unterschätzen.
- Stargazing: Buchen Sie eine abendliche Sternen-Tour – der Teide gehört dank klarer Luft zu den besten Astronomie-Hotspots Europas.
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Fotospots: Roques de García, Minas de San José, Aussicht an den „Miradores“ der TF-21/TF-24.
Wetter am Teide: Auch im Sommer kann es <5 °C und windig sein. Schichtenprinzip!
4. Sonniger Süden – Strandkomfort & Wassersport
Costa Adeje
Hier reiht sich Designerstrand an Fünf-Sterne-Hotel. Besonders edel: Playa del Duque mit hellem Sand und Beach-Butler-Service. Hier finden Sie Angebote für Last-Minute Urlaub in Costa Adeje.
Extra-Infos:
- Familienfreundlich: Ruhige Badebuchten (Playa Fañabé, Torviscas), Promenade mit Spielplätzen.
- Wassersport: Jet-Ski, Parasailing, SUP – Anbieter an der Promenade.
- Genuss: Sonnenuntergänge an der Strandpromenade, Rooftop-Bars mit Teide-Silhouette.
El Médano
Der Hippie-Konterpart: stetiger Passatwind, Weltcup-Kitesurfen und eine lässige Kneipenszene. Frühaufsteher genießen hier Surfer-Sonnenaufgänge ohne Menschenmassen.
Extra-Infos:
- Strände: Playa de Leocadio Machado (Kite/Wind), Playa La Tejita (weiter Naturstrand, Montaña Roja im Blick).
- Einsteiger: Kiteschulen vor Ort; bei starkem Wind ans Uferkanten-Shorebreak denken.
- Kulinarik: Gesund & lokal – Bowls, Arepas, frischer Fisch.
Süd-Tipp: Windig = angenehm kühl. Feiner Sand + Böen ⇒ Kameras/Objektive schützen.
5. Geheimtipps & Wow-Momente
| Spot | Warum es sich lohnt | Extra-Tipp |
|---|---|---|
| Playa Benijo (Nordost) | Schwarzer Sand + schroffe Felsnadeln = dramatische Sonnenuntergänge | Eine Stunde vor Sunset anreisen – Parkplätze knapp; Stirnlampe für den Rückweg. |
| Bajamar Naturpools (Nordost) | Meerwasser-Becken mit Barrierefreiheit, Duschen & Atlantik-Wellen-Show | Bei Flut donnern spektakuläre Wellen über die Absperrungen – Kamera bereithalten! |
| Mirador de Chipeque (Orotava-Tal) | Wolkenmeer-Blick auf den Teide, besonders bei Sonnenaufgang | Warme Jacke mitnehmen: Morgens < 5 °C; früh kommen, Parkplätze limitiert. |
| Barranco del Infierno (Adeje) | Leichter, schattiger Canyon-Trail zu einem Wasserfall | Reservierung obligatorisch (300 Personen/Tag); Helme werden teils gestellt. |
Foto-Pro-Tipp: Golden Hour am Mirador de Chipeque + Nachtaufnahme der Milchstraße am selben Spot (Sommer) – Stativ & Rotlichtlampe.
6. Praktische Planungstipps
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Mietwagen = Freiheit: Der ÖPNV (TITSA-Busse) ist günstig, aber für abgelegene Miradores oft unpraktisch. Für Serpentinen (Anaga/Masca) kleineres Auto wählen.
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Micro-Klimazonen: Packt Regenjacke & Pulli – im Norden kann es im gleichen Moment 10 °C kühler sein als am Strand von Las Américas.
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Reservierungen rechtzeitig sichern:
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Masca-Schlucht (kostenpflichtig)
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Teide-Gipfel (kostenfrei, limitiert)
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El Pijaral-Trail (kostenfrei, stark limitiert)
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Barranco del Infierno (slots limitiert)
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Sicher baden: An unbewachten Naturstränden (Benijo, Almáciga) herrscht oft starke Unterströmung – nur bis Hüfthöhe ins Wasser, lokale Hinweise beachten.
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Fahren & Parken: In Bergdörfern eng & steil – Gangbremse und Keile nutzen, nie Ausfahrten blockieren.
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Beste Reisezeit: Mitte Mai – Oktober (Nord-Wanderungen wolkenfrei, Meer über 22 °C). Winter: klarere Luft, aber frischer Wind.
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Nachhaltig unterwegs: Eigene Trinkflasche, Müll wieder mitnehmen, lokale Märkte & Guachinches unterstützen.
Fazit
„Am schönsten“ ist auf Teneriffa immer relativ – denn die Insel punktet mit Vielseitigkeit:
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Natur-Fans verlieben sich in das grüne Anaga und die vulkanische Mondlandschaft des Teide.
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Genuss-Reisende genießen Tapas mit Meerblick in Garachico oder Fine-Dining in Costa Adeje.
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Adrenalin-Junkies kraxeln durch die Masca-Schlucht oder surfen im Wind von El Médano.
Unser Rat: Planen Sie mindestens eine Woche, besuchen Sie die Insel zweigeteilt (Nord & Süd) und lassen Sie Raum für spontane Abstecher – so entdecken Sie Ihr ganz persönliches „schönstes“ Teneriffa. Viel Spaß beim Insel-Abenteuer!